Ist deine Pflanze sicher? Vorschriften und Risikobewertung in der Lebensmittelindustrie

Die Lebensmittel- und Getränkeproduktion in der Lebensmittelindustrie umfasst Prozesse, bei denen brennbare Stoffe in Form von Staub (z. B. Mehl, Zucker, Getreide usw.) sowie in Form von Gas und/oder Dampf (z. B. Ethanol) verwendet oder hergestellt werden. Darüber hinaus kann die Energieversorgung für solche Rohstoffverarbeitungsprozesse durch den Einsatz anderer brennbarer Stoffe wie Gas und/oder Dampf (z. B. Erdgas, Wasserstoff usw.) erzeugt werden.
Das Explosionsrisiko ist daher dauerhaft vorhanden, und damit geht die Notwendigkeit einher, die Möglichkeit einer Explosion zu vermeiden und/oder deren Folgen abzumildern. Um dieses Ziel zu erreichen, legen die wichtigsten bestehenden internationalen Standards die Durchführung einer „Explosionsrisikobewertung“ als eine der Hauptmaße fest. Diese Bewertung erfolgt mittels des sogenannten „Explosionsschutzdokuments“ (DPCE durch die europäischen ATEX-Richtlinien oder der „Dust Hazard Analysis“ bzw. DHA gemäß den NFPA-Standards (National Fire Protection Association).
Was sagen die Vorschriften wirklich über Explosionen in der Lebensmittelindustrie aus?
Eine ordnungsgemäße Explosionsrisikobewertung sollte bestimmen, welche Explosionspräventions- und/oder Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um die Unfallwahrscheinlichkeit zu minimieren und eine sichere Einrichtung zu gewährleisten. Zu diesem Zweck muss die Verwendung internationaler anerkannter Prestigestandards berücksichtigt werden:
- Europäische Normen (EN-Normen), abgeleitet von internationalen IEC-Normen und umfassend jene, die sich auf die Klassifizierung von ATEX-Zonen beziehen (EN 60079-10-1 und 2), Bewertung von Zündquellen (EN 1127-1), Explosionsschutzsysteme (EN 14491) und technische Berichte (CEN/TR 16829 zur Prävention und zum Schutz in Eimersilos).
- VDI-Normen (deutsche Normen), wie solche zur Verhinderung und zum Schutz vor Explosionen in Beutelfiltern und Eimersilos (VDI 2263).
- NFPA-Standards (amerikanischer Standard), darunter derjenige, der der Prävention und/oder dem Schutz von Feuer und Explosionen in der Feststoffverarbeitungsindustrie gewidmet ist (NFPA 654), oder derjenige, der sich der Prävention und/oder dem Schutz von Bränden und Explosionen in der Landwirtschafts- und Lebensmittelindustrie widmet (NFPA 61).
Diese Vorschriften sind weder optional noch allgemein: Sie gelten direkt für brennbare Staubprozesse wie pneumatische Transportleitung, Siebung, Mahlen oder Trocknen.
Risiken gut einzuschätzen ist der Schlüssel – wo fange ich an?
Die Risikoanalyse beginnt oder endet nicht in einem Flugzeug mit ATEX-Zonen. Es handelt sich um einen technischen Prozess, der es Ihnen ermöglicht, Vorfälle vorherzusehen und Entscheidungen auf Basis von Beweisen zu treffen.
Nach diesen Standards sollten die Schritte einer umfassenden Risikobewertung wie folgt aussehen:
- Identifizieren Sie die im Prozess verwendeten brennbaren Stoffe und ermitteln Sie deren Explosivparameter (Mindestzündenergie, Mindestzündtemperatur, Mindestkonzentration von Sprengstoffen usw.), z. B. durch direkte Tests durch ein zertifiziertes Labor oder bestehende Datenbanken (z. B. BIAS GESTIS DUST-EX).
- Bestimmen Sie die Häufigkeit und Dauer des Auftretens einer explosiven Atmosphäre entsprechend den Prozessbedingungen (ATEX-Zonenklassifikation), z. B. durch Anwendung der EN 60079-10-1 und 2 oder der VDI-Normen.
- Bewerten Sie das Auftreten und die Wirksamkeit von Zündquellen im Prozess (heiße Oberflächen, mechanische Funken, elektrostatische Entladungen, elektrische Funken usw.), z. B. unter Verwendung des EN 1127-1-Standards.
- Ermitteln Sie das resultierende Risikoniveau mit bestehenden Methoden (z. B. RASE2000).
- Legen Sie die notwendigen Explosionspräventions- und/oder Schutzmaßnahmen fest, um das Risikoniveau auf ein für den Nutzer akzeptables Maß zu reduzieren, indem Sie Standards wie CEN/TR 16829 für Eimeraufzug oder NFPA-Standards verwenden.
Empfohlene Präventions- und Schutzmaßnahmen

In der Lebensmittelbranche gibt es verschiedene Prozesse, mit denen die Risikobewertungsmethodik angewendet werden kann, von denen die folgenden hervorstechen:
- Aufnahme und Lagerung von Rohstoffen: Es kann aus körnigen Materialien (Gerste, Malz, Mais usw.) oder aus pulverisierten Materialien wie Mehl, Zucker, Gewürzen usw. hergestellt werden.
- Reinigungsverfahren: Wird für granulierte Materialien unter Verwendung von Geräten wie Scheibenwischer und Sieben verwendet.
- Mahlverfahren: Wird üblicherweise für granulare Materialien unter Verwendung von Mühlen verwendet.
- Der Prozess des Mischen von Pulvermaterialien, für den Geräte wie Waage und Mischer verwendet werden.
- Trocknungsverfahren mit dem Ziel, den Feuchtigkeitsgehalt des Produkts zu senken: Es kann für granulare Materialien oder für Pulvermaterialien verwendet werden.

